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Philippe Roch

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Der Wert der Natur

Der Wert der Natur – Bilanz und Perspektiven nach 40 Jahren NHG

Dr Philippe Roch

ETH – Zürich, 24.11.2005

 

Mit der Natur

Sehr lang (3 Millionen Jahre) hat der Mensch mit und in der Natur gelebt. Wenn es sie übernutzt hat, hat es direkt darunter gelitten, ist dann gestorben oder musste migrieren.

 

10'000 Jahre: biologische Landwirtschaft (erste Dünger in 1913). Erste Konflikte für das Land und gegen die wilden Tiere. Aber grundsätzlich im Einklang mit der Natur.

 

Mit der Konzentration in Städten, mit der Industrialisierung und mit dem Wachstum der Bevölkerung (3 Mal mehr Menschen heute als in 1900) hat sich ein Teil der Menschheit von der Natur getrennt. In der Tat eine Illusion, weil wir alle voll von der Natur abhängen.

 

Im XVIII. und XIX. Jahrhundert hat sich ein wissenschaftlichen, politischen und romantischen Schwung für die Natur, die ursprüngliche wilde Natur entwickelt: Jean-Jacques Rousseau (die Natur als Referenz für die ideale Gesellschaft), Horace-Benedict de Saussure, Louis Agassiz oder Alexander von Humboldt (wissenschaftliche Interesse für die Natur), Wolfgang Goethe, Rodolphe Töpfer, Gottfried Keller (der grüne Heinrich)Henri David Thoreau (Schreiber/ Walden „In der Wildnis liegt die Erhaltung der Welt“ (HD Thoreau) und Thomas Moran (Maler) in den USA, Alexandre Calame, Ferdinand Hodler, Auguste Baud-Bovy, Barthélemy Menn, (Maler) in der Schweiz.

 

Romantisch, spirituell, wissenschaftlich, Reaktion gegen die ersten Zerstörungen der Natur, gegen die Industrialisierung. John Stuart Mill: „A quelle finalité la société tend-elle par son progrès industriel? Quand le progrès s’arrêtera, dans quel état peut-on s’attendre qu’il laisse l’humanité?“ (1857)

 

Konsequenz: National Pärke (USA, Afrika) und der Schweizerische National Park (1913).

 

In Konflikt mit der Natur: die Problematik des Wachstums

 

Nach dem letzten Weltkrieg hat die Internationale Gemeinschaft die Bretton Woods Institutionen (Welt Bank, Welt Währungs Fonds und Gatt) gegründet. Der Washington Konsens behauptete, das Wachstum sei die Lösung gegen die Armut.

 

Grundsätzlich ist die Erhaltung der Natur in Konflikt mit der Ideologie des Wachstums. 1972 Club of Rome.

Eine Flut von Publikationen:

·       „Wir haben nur eine Erde“ von Barbara Ward und René Dubos (1972)

·       „Bevölkerung, Ressourcen und Umwelt“ von Paul und Anne Ehrlich

·       „Der zestörende Überfluss“ von Frank Fraser Darling

·       „Ändern oder verschwinden“ von The Ecologist

 

Pro Natura hat 1987 publizierte ein Büchlein „Wachstum, Entwicklung wohin?“ mit dem Untertitel: „Natur- und Umweltschutz fordern Wachstum Stop“.

 

Wachstum: global: unmöglich. In einem begrenzten System: Dynamik. Beispiel des Tropenwaldes Amazonas.

 

Heute Ideologie, undifferenziert: geht gerade gegen die Wand, in das Nichts. Wir sollten viel mehr von Prosperität, und nicht von Wachstum sprechen.

 

Robert Hainard: sollte in der germanischen Welt besser bekannt werden. Künstler (Holzstich/estampes), Biologe Mammifères sauvages d’Europe), Philosoph, immer für die Natur engagiert. Bücher :Et la Nature (1942), Neu geschrieben in 1972 (Expansion et Nature), Le monde plein (1991). Robert Hainard hat die folgende These entwickelt : Die Wirtschaft und die Technologie sollten nicht die Natur kaputt machen, sondern genug Effizienz ermöglichen, um grosse Flächen wilder Natur zu erhalten. „Le but vers lequel tendre, c’est une civilisation où la technique servira à épargner la nature et non pas à la détruire“.

Robert Hainard hat sich auch vehement für eine Stabilisierung der Bevölkerung engagiert.

 

Die Schäden

Die Entwicklung der Industriegesellschaft hat seit dem XIX. Jahrhundert immer mehr die Natur bedroht.

Wälder

Zerstörung der Wälder (XIXe) : für die Industrie, Übernutzung durch die Viehweide.

·       Überschwemmungen, Rutschungen

·       Charles Kasthofer

·       Waldgesetz (1874(Bundesverfassung), 1876, 1902, 1992) : Schutz und nachhaltige Nutzung. Die Waldfläche ist gewachsen, und erreicht heute 30% der Landesfläche.

·      

Wasser: Eindohlung, Entwässerung und Kanalisierung, Verschmutzung.

Landwirtschaft: intensivierung. Hochstamm Obstbäume (1984-1995: 134.000 Obstbäaume geschlagen), Hecken, Magerwiesen, Feuchtgebiete (90% verschwunden in einem Jahrhundert..

Chemie: Dünger und Pesiziede (Greifvögel), Chemikalien (PCB-Fischotter)

Bauzonen: 2000 ha/Jahr = 1m2/Sek. Landschaft: 4 m2 / Sek.

Verkehr: Eigriff in die Natur, Zerstückelung, Lärm.

 

Gleichzeitig haben die Zerstörung der Wälder (140'000 km2 Tropenwald = 1% jedes Jahr zerstört) und die Übernutzung der Böden die Natur in den Entwicklungsländer sehr stark geschädigt. In Afrika leben 485 Millionen Menschen  am Rande der Wüsten (UNEP-GEF DMP).

Die Meere sind durch Überfischung (3/4 der Fischpopulationen werden überfischt), Verschmutzung und Zerstörung der Küsten Oekosysteme (50% der Mangroven wurden schon zerstört, insbesondere für die Installation von künstlicher Fischzucht) bedroht.

Die Klimaänderung bedroht noch mehr, weil die Natur schon zerstückelt, und übernutzt wird. (Sistan basin) Eine Erhöhung der Temperatur des Meereswassers genügt , um die Korallenriefe zu töten.

Die Biodiversität schrumpft. Heute 50 bis 500 Mal schneller als in der Natur. Die Faktoren, die synergisch wirken, sind:

·       Verlust und Zerstückelung der natürlichen Flächen

·       Zu starke Nutzung (zB. 20 Arten Meerfische).

·       Invasive Arten (zB. Polynesien Inseln. Die hälfte der Vögel wurden von importierten Raubtieren eliminiert (2000 Arten sind verschwunden, oder Einführung der Nil Perch in Lake Victoria, hat 200 Arten lokaler Fische eliminiert).).

·       Klima Änderung (Korallenriefe, zones arides)

 

Die Politische Reaktion

In der Schweiz:

Waldgesetz : Bundesverfassung: 1874,  Walgesetz: 1876, 1902, 1992, was geschiet heute: Gesetzrevision, Initiative F. Weber)

Natur:

·       Nationalpark (1913)

·       Erste Inventare KLN Inventar (1963), privat

·       BLN

·       Natur und Heimatschutz Gesetz (1966) : Schutzgebiete, Kompensationen, Beschwerderecht.

·       Bundesverfassung (1967), Sofortmassnahmen (1970) und Raumplanungsgesetz (1980)

·       Rothenturm Initiative(6.12.1987) : Moore und Moorlandschaften.

·       Heute: 17% der Fläche ist mehr oder weniger geschützt. Nur 1% ist strikt geschützt.

Beschwerderecht, UVP, Oekologischer Ausgleich, Bundesaufgaben

·       Golfplätze (Oberengadin, Wallis)

·       Skiliftanlagen (Grimenz)

·       Strassen, Hochspannungsleitungen, Gleisareal ZH, Wasserbau.

·       REN: Oekologischer Netzwerk: Empfehlung.

2005 NHG Revision: Schutz-Nutzung (Schutzniessen), Regional Pärke

NHG genügt nicht. Andere Gesetze beinhalten Natrurschutzmassnahment: Waldgesetz, Raumplanungsgesetz, Gewässerschutzgesetz, Wasserbaugesetz, Umwltschutzgesetz, Landwirtschaft (Volksabstimmung 1996: art. 31 octies)

Landschaftskonzept Schweiz (Landwirtschaft, Tourismus, Verkehr, Raumplanung, Sport: prix ecosport)

 

International:

IUCN, WWF

Ramsar (1971): Schutz, nachhaltige Nutzung, Managment von ganzen Flussgebiete (Niger, Mozambiker See)

UNESCO: Welt Naturerbe (1972)

CITES (1973)

Berner Konvention (Europarat): Grenchen Witi (SO) / N5

CBD (1992) Rahmenkonvention

 

Der Geist von Rio (1992): die nachhaltige Entwicklung

Keine Entwicklung ohne Umweltschutz, kein Umweltschutz ohne Entwicklung.

GEF: mainstreaming (WB/UNDP/UNEP):

Schutz-Nutzung

Der Wert der Natur

Millenium Ecosystem Assessment: die Natur als Ressource

Costanza hat 1997 Zahlen in der Zeitschrift Natur publiziert.

·       Wert für die Nahrung: 17'000'000'000.- US $/Jahr

·       Klima 2'000'000'000.- US $/Jahr

·       Wasser: 2'800'000'000.- US $/Jahr

zB. Dienstleistungen der Oekosysteme: Wasser

·       Par exemple l’eau : en Suisse 80% d’eau de source, 20% eau des lacs. La moitié des eaux de sources sont consommées sans aucun traitement, et le reste subit des traitements mineurs, grâce à la couverture forestière, à la qualité des sols et à la politique agricole et environnementale.

o   Henniez : achats, afforestations (200 ha) + contrats avec les agriculteurs.

o   Winterthur : 90'000 habitants, 10 millions de m3 par an, restauration des forêts alluviales.

o   New-York : 5'200 km2 de zone de captage. 8 millions d’habitants (+ 2 = 10 millions). Service privatisé, autofinancé. Programmes d’acquisitions de terrains, d’afforestations, de réduction de la pollution agricole. Eaux de surfaces, lacs de retenue. Problème avec les oiseaux !

o   Arkina : de l’eau souterraine vieille de 1'000 ans : notre responsabilité.

·       Forêts protectrices : valeur : 3 à 4 milliards par an.

Die Sorgen für die Zukunft

Es bleibt grosse Lücken:

·       Raumplanung

·       Strassen

·       Lärm

·       Schleichende Verschmutzung (Fischnetz)

·       Armut, Wald, Wasser

Grundsätzlich arrogante Haltung des Menschen

Wir brauchen eine neue Ethik:

RESPECT

SOLIDARITÄT

NACHHALTIGKEIT

BESCHEIDENHEIT.

Wir sind Teil der Natur, die gleiche Seele

Wir kommen aus der Natur, wir leben von der Natur, wir werden zur Natur zurück gehen.

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